Dienstag, 12. Juli 2011

Nähtechnik Kräuseln

Bei manchen Nähprojekten ist es unumgänglich, Stoffweiten durch Kräuseln einzuhalten, um u.a. dekorative Effekte zu erzielen. Nun gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Stoff zu kräuseln: Verwendung eines Kräuselfusses (habe ich nicht), mit der Hand gearbeitete und zusammengezogene Heftstiche (solange dies die Nähmaschine erledigen kann, weiß ich um die Möglichkeit, verwende dann aber doch lieber die Maschine) oder eben die Nähmaschine (s.o.).

Jetzt weiß ich nicht, wie ihr das mit dem Kräuseln macht. Ich jedenfalls kräusele folgendermaßen: Zuerst lockere ich die Oberfadenspannung um zwei bis drei Punkte (vorher 4, hinterher 1-2). Dadurch lässt sich der Unterfaden später ganz leicht ziehen (auch beim Nähen kräuselt es sich je nach Stoff schon gewaltig, so dass dieser Effekt nur noch verstärkt werden muss). Zudem stelle ich den Stich auf die größtmögliche Länge ein. Dann nähe ich zwei parallelverlaufende Nähte, so kann ich nachher die Rüschen besser verteilen.

Also, ihr seht, um so eine einfache Rüsche zu produzieren, drehe ich an zwei Stelle meiner Nähmaschine herum. Eine überschaubare Anzahl bei der Auswahl noch zur Verfügung stehender Verstelloptionen. Aber bereits bei dieser geringen Anzahl ist unbedingt nach Beendigung des Kräuselns darauf zu achten, alles wieder in die Ausgangsposition zurückzudrehen, wenn man weiterhin überzeugend gute Nähergebnisse erhalten möchte. Sofern man dies nicht beachtet, verbringt man wie ich eine gewisse Zeit damit, frustriert Probenähte auf Stofflappen zu nähen und sich über die "urplötzlich" auftretende miserable Qualität der Nähte bzw. des Schlaufen ziehenden Unterfadens bei eingestelltem normalen Geradstich zu ärgern (hierbei ist unbedingt auf die Lautstärke zu achten, wenn kleine schlafende Kinder in Nähe sind). Aber so eine nachtschlafende Zeit bewahrt nicht nur vor allzu hefiger Lautstärke, sondern auch vor wahrscheinlich sehr peinlichen Anrufen bei dem Nähmaschinenhändler des Vertrauens, den man bestimmt (eine vernünftige Uhrzeit vorausgesetzt) bezüglich des "unerklärlich" schlechten Nähergebnisses angerufen und um eine vorläufige Ferndiagnose gebeten hätte, ehe man mit einem beiläufigen Blick auf das Stellrad der Oberfadenspannung verlegen registiert hätte, dass manchmal das Problem einfach auch vor der Maschine sitzt. 

So, nun noch Bilder des Nähergebnisses (mit plattgebügelten Rüschen und noch überlangen Bindebändern zum individuellen Kürzen vor Ort/am Kind).

Schnittmuster:
Ottobre 3/2006, Modell 2, Größe 68


Kommentare:

  1. Das ist ja praktisch ... vielen Dank für die Kräuselinfo. Bei mir steht diese Woche wahrscheinlich mein erster Stufenrock an, da werde ich deine tolle Anleitung gut gebrauchen können. Lieber Gruß, Muriel

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  2. Haha, nicht daß ich das nicht schon gewusst hätte, aber ich hab nach Lesen Deines Posts mal die Fadenspannung ein Stück lockerer gemacht als sonst, und es ging viel leichter und hat sich wirklich von alleine zusammengezogen! Man lernt doch nie aus!!
    LG, Katharina

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